Hörtig Rohrpost im Pariser Luxuskaufhaus

Key Facts

  • Renovierung des 20 Jahre alten Systems eines langjährigen Kunden
  • Beförderung von Bargeld aus den über das Kaufhaus verteilten Kassen
  • Umsetzung mit minimalem Einfluss auf den laufenden Kaufhausbetrieb
  • Zahlreiche Projektrestriktionen und Kostenminimierung

Der Kunde

Le Bon Marché ist ein französisches Luxuskaufhaus, das eine Pionierstellung für Warenhäuser in ganz Europa innehat. Es heißt, dass es das weltweit erste Warenhaus war – mit Sicherheit ist es aber eines der bekanntesten.

Transport von Bargeld im Kaufhaus

Das Kaufhaus besteht aus zwei Gebäuden, die durch eine Straße getrennt werden. Beide sind durch eine schwebende Außenbrücke im ersten Stockwerk verbunden. Das erste Gebäude beheimatet einen großen Lebensmittelladen und ein Warenhaus. Im zweiten Gebäude werden Modemarken angeboten. Insgesamt sind in beiden Häusern 15 Kassen über die gesamte Fläche verteilt.

Das eingenommene Bargeld dieser Kassen muss täglich zu einer zentralen Stelle im zweiten Gebäude abgeschöpft werden. Außerdem ist es wichtig, die Wechselgeldversorgung der Kassen sicherzustellen. Um dies effizient zu bewerkstelligen, hat das Kaufhaus seit 20 Jahren ein Rohrpostsystem installiert.

Langjähriger Kunde: Update der Anlage

Das Warenhaus ist also ein langjähriger Kunde und das Rohrpostsystem zwar noch funktionsfähig, aber nicht mehr auf dem neuesten Stand. 2019 war es daher Zeit für ein Update. Das Projekt nahm der Kunde zusammen mit unserem französischen Händler AMS in Angriff.

geldbehealter kaufhausrohrpost
Verwendeter Rohrpostbehälter
ankunftssignale kaufhausrohrpost
Optische Ankunftssignale

Herausforderungen des Projekts

1. Renovierung während des laufenden Kaufhausbetriebs

Die Renovierung sollte mit minimalem Einfluss auf den Kaufhausbetrieb umgesetzt werden.

Um sicherzustellen, dass das Rohrpostsystem jederzeit funktionsfähig bleibt, stellte unser Händler Linie für Linie auf das neue System um. Aber natürlich erst, nachdem alle Funktionstests erfolgreich verlaufen sind.

2. Sehr enger Projektzeitrahmen

Das Projekt wurde präzise in die Zeit vor dem Jahresschlussverkauf eingeplant. Der Implementierungszeitraum war also sehr eng gefasst. Außerdem durfte während der Öffnungszeiten der Geschäfte nicht gearbeitet werden.

AMS hat daher die Umsetzung erst exakt geplant und dann sehr zeiteffizient umgesetzt. Die Anlage wurde vorab in der Werkstatt vollständig vorbereitet und modelliert. Während des gesamten Prozesses bestand sehr enger Kontakt zum Kunden. Die Arbeitszeiten der Techniker waren akkurat auf die Öffnungszeiten des Kaufhauses abgestimmt.

3. Weiterverwendung des bestehenden Systems

Da das System schon viele Jahre in Betrieb war, sollte die Sendehistorie des Kaufhauses nicht verloren gehen. Alle neuen Transporte sollten getrackt werden. Mit einem Durchmesser von 108×4 hat das System außerdem eine besondere Größe. Dieser Durchmesser wird heute nur noch selten genutzt und gehört nicht mehr zum klassischen Rohrpostsortiment.

Dieser Herausforderung wurde begegnet, indem am Standort Bayreuth Sonderanfertigungen passender Stationen gemacht wurden. Weiterhin wurde beim Kaufhaus ein PC installiert, mit dem sich alle Transporte überwachen lassen.

4. Beschränkungen durch denkmalgeschütztes Gebäude

Bei den Umbauarbeiten musste beachtet werden, dass die Gebäude denkmalgeschützt sind. Daher konnte kein Zugang zu den Decken geschaffen werden, in denen die Rohrlinien liegen.

AMS hat sich das zunutze gemacht und die bestehenden Rohre und Kabel weiterverwendet. Natürlich nachdem sie auf Wiederverwendung und nötige Anpassungen geprüft wurden. Dies brachte nicht nur eine Zeitersparnis, sondern war auch kosteneffizient.

5. Überbrückung einer Straße

Die erwähnten Kaufhausgebäude sind durch eine Brücke miteinander verbunden.

Um Raum zu sparen und die Rohre aus dem Sichtfeld des Kunden zu nehmen, sind sie unter dem Brückenboden installiert. Das Bargeld erreicht so die Zentralkasse über die Brücke in gerade einmal 40 Sekunden.

Hörtig-System

kaufhausrohrpost
Gebläseraum im Kaufhaus

Im Gesamten ist das renovierte System 1.500 m lang. Es enthält 5 Linien, die unabhängig voneinander laufen. Um die Straße zwischen den Kaufhausgebäuden zu überqueren, verlaufen die Rohrlinien im Boden der Fußgängerbrücke. Die Rohrbahnen verbinden 15 Stationen des Typs 231. Diese wurden aufgrund des ungewöhnlichen Durchmessers von 108×4 am Unternehmensstandort in Bayreuth maßgefertigt. Die Behälter befördern das Bargeld mit ungefähr 5 m/s, sodass es in maximal 48 Sekunden an der zentralen Stelle angelangt ist.


Das Rohrpostsystem trägt seit über 20 Jahren zu einem reibungslosen Bargeldmanagement bei unserem Kunden bei. Dank der benutzerfreundlichen Verwendung, können sich die Kassierer vollkommen auf den Kontakt mit den Kunden konzentrieren. Dass das auch so bleibt, stellte das umfassende Update des Systems 2019 sicher.

Das Rohrpostsystem des Kunden

  • 15 maßgeschneiderte Rohrpoststationen mit 108×4-Durchmesser
  • 5 unabhängige Linien
  • 1.500 m Rohrlinien
  • Geschwindigkeit der Behälter ca. 5 m/s – das Bargeld ist in 7 bis 48 Sekunden bei der zentralen Kasse
  • Ein PC zur Überwachung des Rohrpostbetriebs
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PC für die Überwachung des Systems

Den Use Case als PDF finden Sie unter unseren Referenzen.