Warum das Kanzleramt die Rohrpost nutzt

Es gibt E-Mails, es gibt Smartphones, und doch nutzt das Kanzleramt in Berlin die Rohrpost als Kommunikationsmedium. „Eine kostengünstigere Form der Übermittlung […] ist nicht möglich“ erklärt Digitalministerin Dorothee Bär (CSU).

Im Digitalressort einiger großer Zeitungen finden sich aktuell Artikel über die Rohrpost. Scheint dies zunächst als Widerspruch, macht es aber tatsächlich Sinn. Muss doch die Rohrpost im Bundeskanzleramt gerade der Kritik von Digitalanhängern der FDP standhalten – und sie besteht. Digitalministerin Dorothee Bär gibt auf Anfrage der FDP ein Statement ab:

Eine kostengünstigere Form der Übermittlung ist bis zur Einführung der elektronischen Akte im Bundeskanzleramt nicht vorhanden.

Dorothee Bär (CSU)

Sie erläutert weiter, dass die Rohrpost im Kanzleramt täglich circa 100 mal benutzt wird. Das ergibt im Monat 2.400 Sendungen. Die Alternative – Boten durch das Bundeskanzleramt zu schicken – ist deutlich teurer. Drei Personen bräuchte es, um das gleiche Volumen von einen Ort zum anderen zu transportieren. Das ergäbe rund 137.000 Personalkosten im Jahr. Die Rohrpostanlage zu warten, koste dagegen nur 9.000 bis 12.000 Euro. Sie ist also beträchtlich günstiger.

Zusätzlich zu den niedrigen Kosten kommt ein weiterer Vorteil: Die Rohrpost schützt die Schaltzentrale der Bundesregierung vor Hackerangriffen. Gehackt werden kann sie im Gegensatz zu digitalen Akten nämlich nicht. Und abhörsicher ist sie auch noch.

Quelle: FAZ-Artikel 20.04.2019

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